Website - für wen?

  • Diese Website ist für Autisten, Angehörige und Freunde.
  • Diese Website ist für Menschen, die sich mit dem Thema Geschlechtergrenzen auseinander setzen.

Leben mit Autismus

binaerer code Ich habe eine ärztliche Diagnose - Asperger-Syndrom. Diese Diagnose sollte jedoch Diagnose kein Freischein, sich nicht um die Anpassung in einer Welt, die überwiegend von neurotypischen Menschen (Nicht-Autisten) bevölkert ist zu bemühen. Jedoch ist die Anpassung auch mit einem sehr hohen kompensatorischen Aufwand verbunden. Anders als bei neurotypischen Menschen, die im Umgang mit ihren Mitmenschen auf ihre Intuition zurückgreifen, ist die soziale Interaktion von Autisten mit einem aktiven, hohen mentalen Leistungsaufwand verbunden. Das kostet sie sehr viel Kraft und Energie. Ungewohnte Situationen sind daher auch oft mit Angst verbunden. Mit der Angst, negativ aufzufallen, weil man die Befürchtung hegt, nicht auf bekannte Muster in der Kommunikation zurück greifen zu können, die einem helfen das Gespräch zu bewältigen.

Als Autist habe auch ich Probleme bei der Verknüpfung unterschiedlicher Sinne. Insbesondere wenn ich müde bin fällt es mir besonders schwer, verschiedene Dinge gleichzeitig wahrzunehmen und adäquat darauf zu reagieren. Die Angst negativ aufzufallen oder unangemessen zu reagieren ist bei mir im Alltag häufig latent vorhanden.

Autismus ist eine andere Wahrnehmung der Welt, die nicht nur mit Nachteilen verbunden ist. Autisten sind zum Beispiel loyal, wahrheitsliebend, zuverlässig, detailgenau und sachlich. Entgegen der Meinung der breiten Öffentlichkeit haben Autisten Gefühle und einige sind sogar in der Lage eine stabile Partnerschaft einzugehen. Wenn sie einen geeigneten Arbeitsplatz gefunden haben erweisen sie sich als wertvolle Mitarbeiter.

Leben als Transgender

Transgender Symbol Transgender ist offen für viele unterschiedliche Formen der geschlechtlichen Zugehörigkeit und Identität. Die Erkenntnis nicht in das klassische Rollenmodel zu passen sei es als Transsexueller, als androgyne Person oder als non-binary kann für die Betroffenen oft mit einem Leidensdruck verbunden sein. Ich finde daher einen toleranten Umgang mit unterschiedlichen Lebensformen wichtig.

Christian Seidel hat ein ergreifendes Buch mit dem Titel "Die Frau in mir: Ein Mann wagt ein Experiment" geschrieben. Er ist weder trans- noch intersexuell. Sein Experiment als Frau zu leben, entsprang unter anderem dem Wunsch die Frauen besser zu verstehen. Es ist ein beeindruckendes, mutiges, schonunglos offenes Buch über die sozialen Geschlechterrollen.

Überschneidung Autismus und Transgender

Im Journal "Archives of Sexual Behavior" ist im März 2014 ein Artikel zur Gender Variance von Kindern und Jugendlichen mit einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) erschienen. Als Gender Variance wird der Wunsch bezeichnet dem anderen Geschlecht zugehörig zu sein, im Gegensatz zu dem von der Geburt an zugewiesenen Geschlechts. Die Gender Variance bei Kinder und Jugendlichen mit einer ASS liegt bei 5.4%. Im Vergleich dazu liegt die Gender Variance in der Kontroll-Gruppe zwischen 0-0.7%. Somit ist die Gender Variance bei Kinder und Jungendlichen mit einer ASS um mehr als das siebenfache erhöht. Die erhöhte Gender Variance in der ASS Gruppe wird damit begründet, dass Autisten Schwierigkeiten haben die Regeln der sozialen Interaktion und Kommunikation und damit auch die der soziokulturellen Rollenmuster intuitiv zu erfassen.

Nat hat eine Diagnose im Autismus-Spektrum und lebt seine Androgynie. So schreibt er in seinem Blog, dass seine Geschlechtsidentiät nicht ganz mit dem Worten androgyn zu beschreiben sei. Er sieht sich eher als "non-gendered", "third gendered" oder irgendwo in der Mitte.

Zurück zum Anfang der Seite

© autluc • April 2014